
Mit Alf Fürst Lieven starb Ende 2000 das Haupt einer
Familie, deren Geschichte im 12. Jahrhundert in Leifs
Land, dem heutigen Lettland, beginnt und im Fortlauf
untrennbar mit Aufstieg und Fall der Zarendynastie
verknüpft ist. Das Bewusstsein von der historischen
Eingeflochtenheit hat Lievens Biografie geprägt und
ihn als Mensch wie auch als Künstler zu einer echten
Ausnahmeerscheinung gemacht.
Lievens Gesamtwerk umfasst rund 1.500 Arbeiten,
flankiert von zahllosen Skizzen. Die Bandbreite seines
künstlerischen Ausdrucks und die Vielfalt der von ihm
verwendeten Materialien komplizieren jeden Versuch
einer kunstgeschichtlichen Kategorisierung.
Doch die vergleichende Betrachtung der Höhepunkte
wichtiger Schaffensperioden zeigt, welche Klammern
das Werk zusammenhalten: Experimentierfreudigkeit,
kompositorisches Fingerspitzengefühl und epische
Kraft, die zwischen Heiterkeit und Abgrund pendelt.




